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Betrug! Übervorteilte Facebook Entwickler im Verified-Apps-Programm?

13. August 2012
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Die Federal Trade Commission der Vereinigten Staaten ist kein großer Fan des blauen Netzwerkriesen aus Palo Alto. Immer wieder nimmt sie die Geschäftspraktiken des Zuckerbergschen Imperiums auf´s Korn. Auch jetzt umfassen die Vorwürfe der FTC rund 19 Seiten. Ein Teil der Vorwürfe betrifft das Programm “Verified Apps”, das Facebook etwa von Mai bis Dezember 2009 betrieb.

Facebook: Kassiert, ohne die Leistung zu erbringen?

Das 19-seitige Beschwerdepapier der FTC befasst sich auf zwei Seiten mit dem Verified-Apps-Programm der Netzwerker aus Palo Alto. Von Mai bis Dezember 2009 hatte man Entwicklern angeboten, Plattform-Apps facebookseitig auf Sicherheit zu prüfen und bei positiver Prüfung ein entsprechendes Siegel zu verleihen. Von Facebook verifizierte Apps durften sich fortan entsprechend ausweisen, erhielten einen grünen haken und den Schriftzug “verified”, tauchten höher in den Suchergebnissen auf und wurden gegenüber den Facebook-Nutzern speziell beworben.

Unter anderem schrieb Facebook (frei übersetzt):

Das Facebook Verifizierungsprogramm für Plattform-Apps wurde geschaffen, um Nutzern behilflich zu sein bei der Suche nach Apps, denen sie vertrauen können — Apps, die sicher sind und respektvoll und transparent mit den Nutzerdaten umgehen. Im Rahmen der Verifizierung haben sie sich der Konformität mit den Plattform-Richtlinien verschrieben.

Entwickler zahlten 375 Dollar für die Prüfung an Facebook. Studenten und Non-Profits zahlten 175 Dollar. Insgesamt wurden so rund 95.000 Dollar vereinnahmt.

Wie die FTC ermittelte, fand jedoch an keinem Punkt überhaupt eine Prüfung, welcher Art auch immer, statt. So habe Facebook sowohl die Entwickler um fast 100.000 Dollar gebracht, als auch dem Nutzer eine Sicherheit suggeriert, die es defacto nicht garantieren konnte.

Dass die Vorwürfe der FTC zumindest nicht an den Haaren herbei gezogen sind, zeigt die laut Guardian erzielte Einigung, die Facebook am vergangenen Freitag akzeptierte. Ähnlich Google zuvor, erklärte sich auch Facebook mit regelmäßigen Prüfungen des Datenschutzes seiner Nutzer für die nächsten 20 Jahre einverstanden. Und was ist mit der zu Unrecht vereinnahmten Kohle der Entwickler?

Dieter Petereit

ist seit 1994 im Netz unterwegs, aber bereits seit fast 30 Jahren in der IT daheim. Seit 2008 schreibt er für Dr. Web, seit 2012 ist er Chefredakteur des Magazins. Man findet ihn auch auf Twitter und Facebook, aktiver ist er allerdings auf Google+.

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