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W3C Browser Amaya


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Ein Programm, dass gleichzeitig browsen und editieren kann - so etwas hat man sich schon oft gewünscht. So ein Allround-Programm wurde vom W3-Konsortium geschaffen. Es heißt Amaya und ist kostenlos zu haben.

Das W3C veröffentlichte das Programm, um neue Web-Technologien eines WYSIWIG-Editors zu demonstrieren. Mit Amaya lassen sich einfach Webseiten manipulieren. Es ist möglich, Texte zu verändern oder hinzuzufügen, neue Bilder oder Links einzufügen. Sofern Amaya denn diese Seiten überhaupt anzeigen kann. Das Programm ist auch in der Version 9.2 aus dem Herbst 2005 nicht in der Lage moderne, auf Basis von DIV-Containern gestaltete, Seiten darzustellen.

Allerdings beschränkt sich das Programm nicht nur auf (X)HTML oder Stylesheets. Mathematische Funktionen lassen sich über ein Popup-Fenster einbringen. Die Formeln können dann direkt auf einer beliebigen Webseite erscheinen. Amaya wandelt die Formeln im Hintergrund in Tags der Auszeichnungssprache Math-ML 2.0 um.

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Eine Schönheit ist Amaya nicht

Ähnlich funktioniert das Einfügen von einfachen Vektorgrafiken wie Linien, Ellipsen und Polygonen. Auch hier wird ein Popup-Menü aufgerufen. Die eigentliche Bearbeitung erfolgt direkt auf der Arbeitsoberfläche von Amaya. Die Ergebnisse werden in Code für Scalable Vector Graphics umgewandelt. Auf Wunsch werden Seiten gleichzietig auch in der Quellcodeansicht gezeigt. Auch mit RDF und XPointer weiß Amaya etwas anzufangen.

Screenshot
Ein Ausschnitt aus der Bearbeitungsleiste am linken Rand

Es werden nicht alle CSS 2-Befehle unterstützt. Generell zeigen sich bei Amaya Schwächen und - was noch schlimmer ist - Fehlermeldungen. Da Amaya ein W3-Projekt ist, hält es sich akribisch an die eigenen Standards. Dadurch werden viele Seiten fehlerhaft angezeigt. Für ausgedehnte Surfausflüge eignet sich daher der Browser nicht.

Dafür allerdings ist der Browser auch nicht gemacht. Ziel ist es, ein Tool zu entwickeln, dass Browsen und editieren vereinigt und darüber hinaus neue Auszeichnungssprachen beherrscht. Dass Amaya noch nicht fertig ist, gibt das W3 gern zu und fordert ausdrücklich zur Mitarbeit an dem Open-Source-Projekt auf. Eine einmalige Chance für Programmier-Profis sich hier zu verwirklichen.

Amaya gibt es für Unix, Mac und Windows, außerdem ist der Source Code verfügbar. Amaya ist circa 7 MB groß und kann beim W3C herunter geladen werden. Amaya unterstüzt HTML 4.01, XHTML 1.0, XHTML Basic, XHTML 1.1, HTTP 1.1, MathML 2.0, CSS 2 und SVG.

Über Sven Lennartz

GravatarSven ist der Erfinder und Leiter des Dr. Web Magazins. Autor und Herausgeber verschiedener Fachbücher. Als Webdesigner und Autor früher freiberuflich für verschiedene Unternehmen und Verlage tätig. Jetzt Geschäftsführer der Smashing Media GmbH. Website. Weitere Beiträge für Dr. Web: 1226

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