Adminer - MySQL-Administration On The Fly
Es hilft alles nichts. Ab und an ist der Zugriff auf die MySQL-DB hinter dem CMS unabdingbar. Leider ist der zuständige Mitarbeiter Ihres Kunden, der Ihnen den Zugang zum hostseitigen phpMyAdmin verschaffen könnte, erkrankt, im Urlaub, im Feierabend, nach Australien ausgewandert. Ein klarer Fall für Adminer.
Sie verfügen über einen FTP-Zugang und könnten von daher natürlich auch "schnell" phpMyAdmin installieren? Sicher. Nur werden Sie den Funktionsboliden für die gängigen Allerweltsänderungen nicht benötigen. Außerdem waren Sie schon auf dem Weg ins Fitnessstudio und wollten nicht erst noch rund 700 Dateien mit insgesamt 11 MB auf den Webserver schieben.
Schön, dass Sie das in Zukunft nie mehr müssen, denn mit Adminer steht eine php-basierende MySQL-Verwaltung zur Verfügung, die aus einer einzigen, rund 170 kb großen Datei besteht und dabei dennoch keine Standardfunktionalität vermissen lässt.
Eine Installation gibt es nicht. Sie schieben die Datei per FTP auf den betreffenden Server und löschen sie nach Gebrauch schlicht wieder. Wollen Sie Adminer irgendwo dauerhaft belassen, sollten Sie die Datei selbstverständlich in ein geschütztes Verzeichnis legen. Ich empfehle allerdings den Upload nach Bedarf zu löschen.
Liegt Adminer nun auf dem Server, rufen Sie es unter Eingabe des Dateinamens dort auf. Empfehlenswert ist es, diesen anzupassen, weil die Eingabe von adminer-2.0.0.php in der Adressleiste doch etwas unbequem ist. Adminer ist es egal, wie die Datei benannt ist, Sie könnten also auch horst.php daraus machen und hätten so ein kleines Stückchen zusätzlicher Sicherheit, falls Sie doch einmal das Löschen vergessen, denn auf den Aufruf von www.domain.tld/horst.php muss ja erst einmal einer kommen...
Ein kleiner Hinweis am Rande: Adminer.php liegt standardmäßig in komprimierter Form zum Download bereit. Wer sich also daran zu schaffen machen möchte, wird nicht viel Freude empfinden. Leute, die sich für den strukturierten Sourcecode interessieren, können diesen hier herunter laden.
In meiner kleinen Beispielumgebung habe ich Adminer als adminer.php ins Hauptverzeichnis meiner Website geladen und dort aufgerufen. Adminer fragt nach dem Server, dem Benutzernamen und dem Passwort.

Je nach Konfiguration ist es nach dem Login möglich, auch neue Datenbanken und Benutzer mitsamt der Berechtigungsstruktur anzulegen. Ein entsprechend priviligiertes Admin-Benutzerkonto ist natürlich Voraussetzung. Weiterhin kann an dieser Stelle Zugriff auf die Prozessliste genommen sowie die generelle MySQL-Variablenconfig eingesehen werden.

Wählt man, wie gewohnt links, eine zu bearbeitende DB aus, stehen einem die wesentlichen Werkzeuge zur Verfügung. Dabei ist die UI von Adminer für phpMyAdmin nicht ganz Unerfahrene weitestgehend selbsterklärend.

Im Bereich der Standardaufgaben hat mir während eines ersten Tests nichts gefehlt. Wer allerdings Daten importieren will, muss wissen, dass Adminer lediglich CSV importiert. Exportieren lässt sich hingegen auch nach SQL.
Die Featureliste im Übrigen ist durchaus beeindruckend. Wer mit der Standardoptik unzufrieden ist, hat die Wahl zwischen mehreren weiteren CSS-Files, die einfach in das Verzeichnis hoch zu laden sind, in dem sich auch Adminer befindet.
Adminer spricht viele Sprachen von spanisch im Westen bis chinesisch im Osten und etliche dazwischen, unter anderem auch deutsch. Hinsichtlich der Systemvoraussetzungen ist Adminer nicht wählerisch und funktioniert auch mit PHP 4.3, sowie MySQL 4.1. Die Nutzung des Scripts ist sowohl für private, wie auch kommerzielle Zwecke frei, solange die Bestimmungen der Apache-Lizenz beachtet werden.
Adminer-Wordpress-Plugin
Dieser Tage hat der bekannte Wordpress-Experte Frank Bültge Adminer in ein WP-Plugin verpackt, das man in der frühen Version 0.1 bereits aus dem Repository herunterladen und in das Plugin-Verzeichnis seines Blogs bewegen kann. Eine direkte Installation aus dem WP-Backend ist zum Zeitpunkt dieses Artikels noch nicht möglich.
Nach dem Upload müssen Sie das Plugin mit dem naheliegenden Namen "Adminer" noch aktivieren. Sodann steht Ihnen unter dem Menüpunkt "Werkzeuge" auch die Auswahl "Adminer" zur Verfügung.

Klicken Sie diesen Punkt, gelangen Sie auf eine Übersichtsseite, die die der Blog-DB zuzuordnenden Datenbankdaten, also Server, Datenbanknutzer und Passwort auflistet.

Von hier aus nehmen Sie per Klick auf "Start Adminer" Zugriff auf die Verwaltungsoberfläche. Dabei lädt das Plugin lediglich die adminer.php in ein Overlay.
Direkte Vorteile des Plugin gegenüber der Verwendung der oben genannten Einzeldatei kann ich daher nicht erkennen. Mag sein, dass nicht jeder seine Datenbank- und/oder FTP-Zugangsdaten griffbereit hat und von daher ein Zusatznutzen durch das Plugin entsteht.
Wer das Problem nicht hat, kann ebenso die oben beschriebene Stand-Alone-Lösung verwenden. (tm)










