Photoshop

40 Matte Paintings und wie Sie Ihre Photoshop-Künste auf ein neues Level heben

26. Februar 2013
von

Traditionell kommen Matte Paintings aus der Filmindustrie. Als Teil eines Filmsets bilden diese auf Glas oder Leinwand gemalten Kunstwerke Erweiterungen in die Ferne, also hauptsächlich Landschaften und Gebäudekomplexe. Heute kommen beim Green- oder Bluescreenverfahren natürlich digital erstellte Hintergrundbilder zum Einsatz. Wir haben zu Inspirationszwecken einige der hochwertigsten und erstaunlichsten Matte Paintings für den Photoshop-Profi gesammelt. Ein ganz wichtiger Tipp vorab: Schauen Sie sich nicht nur unsere eingefügten, verkleinerten Bilder an, sondern folgen Sie unbedingt dem Link, um die große Ansicht des Matte Paintings zu genießen. Nur so sehen Sie die zahlreichen Details.

Diese Beispiele sollen Ihre künstlerische Kreativität beflügeln und IHnen helfen, das nächste Level zu erreichen. Ihnen fehlen da noch ein paar Grundlagen? Die erhalten Sie in den folgenden Kurztutorials, die Sie eingestreut zwischen den Paintings finden.

Supernatural 1

Autor: Jim Maxwell
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© Jim Maxwell

Create a Devastating Tidal Wave in Photoshop

Autor: Ed Lopez
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© Ed Lopez

Supernatural 2

Autor: dylan
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© dylan

LA 2146

Autor: Andrée Wallin
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© Andrée Wallin

Supernatural 3

Autor: JeanMarieVivès
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© JeanMarieVivès

Basic Principles of Digital Matte Painting

Autor: Daniel Johnson
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© Daniel Johnson

Destroyed 1

Autor: El Rafo
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© El Rafo

Grundlage eines Matte Paintings gestalten

01 Bildmaterial auswählen

Zunächst legen Sie das Thema Ihres Matte Paintings fest. Hier ist es ein zerstörtes Industriegebiet. Das passende Bildmaterial habe ich auf Shutterstock.com entdeckt:

Factory Ruins | #95822182 | Taras Kolomiyets

A Pile of Debris | #66922396 | Tatiana Morozova

Old Factory Ruins | #116643286 | Taras Kolomiyets

Abandoned Factory | #59888428 | Tomas Skopal

Demolition Building | #75249925 | bluecrayola

Landscape of Sunset | #64391617 | narcisse

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02 Bildmaterial freistellen

Die Häuser (und auch der Schutt dazwischen) wurden mit der gleichen Technik freigestellt: Legen Sie ein neues Dokument in der Größe des Matte Paintings an und ziehen Sie mit dem Verschieben-Werkzeug das erste Gebäude in dieses neue Dokument hinein. Drücken Sie Strg+T zum Freien Transformieren und verkleinern Sie das Bildelement auf eine passende Größe. Bestätigen Sie mit der Eingabetaste. Drücken Sie den Button Ebenenmaske hinzufügen unten im Ebenenbedienfeld.

Setzen Sie Pixel mit schwarzer Vordergrundfarbe innerhalb der Maske auf Transparent. Sie könnten etwa zunächst mit dem Buntstift-Werkzeug das Gebäude sehr grob freistellen, um dann mit dem Polygon-Lasso-Werkzeug die Feinheiten umzusetzen. Hier sehen Sie das Ergebnis und darunter die Maske des ersten Gebäudes.

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03 Weitere Gebäude einfügen

Weitere Gebäude werden so freigestellt und mit dem Verschieben-Werkzeug positioniert. Ein Foto eines Sonnenuntergangs dient als Hintergrund. Noch wirken die Bildelemente wie aufgeklebt.

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mp63

Autor: Yanick Dusseault
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© Yanick Dusseault

Industrial 1

Autor: DAN
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© [DAN]

Industrial 2

Autor: Ditlev
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© Ditlev

Snow scape 1

Autor: chrike
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© chrike

matte painting tutorial

Autor: Der-Reiko
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© Der-Reiko

Snow scape 2

Autor: crahzz
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© crahzz

DMP

Autor: Leonardo Sedevcic
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© Leonardo Sedevcic

Snow scape 3

Autor: tharmine
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© tharmine

The Art Of Rene Borst

Autor: Rene Borst
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© Rene Borst

Grundlage neutralisieren

01 Einstellungsebene: Schwarzweiß

Damit Ihre Grundlage möglichst schnell und einfach wie aus einem Guß wirkt, gehen Sie im Hauptmenü auf Ebene > Neue Einstellungsebene > Schwarzweiß. Bestätigen Sie mit OK und stellen Sie die Regler für die einzelnen Farbbereiche nach eigenen Geschmack ein. Setzen Sie die Ebenendeckkraft etwas herab, damit die ursprünglichen Farben leicht hindurch scheinen.

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02 Dodge & Burn-Technik

Dodge und Burn, diese Werkzeuge lauten in der deutsch-sprachigen Version von Photoshop Abwedler und Nachbelichter. Drücken Sie Umschalt+Strg+N, um eine neue Ebene zu erzeugen. Nennen Sie diese Ebene “Schatten und Licht”, weisen Sie vielleicht noch eine Farbe zu und ändern Sie den Modus auf Ineinanderkopieren ab. Jetzt können Sie “Mit neutraler Farbe füllen (50 % Grau)” aktivieren.

Nach dem Bestätigen über OK malen Sie mit dem Nachbelichter die Schatten ein. Mit dem Abwedler können Sie schon jetzt Bereiche aufhellen. Hier wurde das Bild recht stark abgedunkelt, da in weiteren Schritten eine gezielte Aufhellung erfolgen wird.

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Destroyed 2

Autor: soumitra
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© soumitra

Making of Barbarossa

Autor: Daniele Scerra
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© Daniele Scerra

Supernatural 4

Autor: dylan7
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© dylan7

Somnio Studios

Autor: Somnio Studios
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© Somnio Studios

Farblooks umsetzen

01 Color Lookup oder Füllmethode: Farbe

Eine gute Methode, um Farblooks zu testen, ist die Funktion Color Lookup, die mit der Version CS6 in Photoshop integriert wurde. Gehen Sie im Menü auf Ebene > Neue Einstellungsebene > Color Lookup. Sie können aus drei verschiedenen Bereichen – 3DLUT-Datei, Abstract und Device-Link – Farb- und Kontrastlooks auswählen. Testen Sie die Presets einfach durch. Sie haben leider keine Einstellungsmöglichkeiten, können aber zumindest die Ebenendeckkraft reduzieren, und damit die Stärke der Umsetzung steuern.

Eine Alternative sind Ebenen in der Füllmethode Farbe. Erstellen Sie eine neue Ebene, ändern Sie die Füllmethode auf Farbe ab und wählen Sie das Verlaufswerkzeug an. In der Optionsleiste aktivieren Sie Vorder- zu Hintergrundfarbe als Verlauf und Linearer Verlauf. Definieren Sie die Vorder- und Hintergrundfarbe und ziehen Sie den Verlauf auf.

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Destroyed 3

Autor: El Rafo
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© El Rafo

Jadrien Cousens – Personal project

Autor: Jadrien Cousens
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© Jadrien Cousens

Supernatural 5

Autor: pstraub
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© pstraub

Raphael-Lacoste

Autor: raphael-lacoste
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© raphael-lacoste

Matte painting – portfolio

Autor: Tomas Muller
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© Tomas Muller

TOMAS MULLER – Matte Painting

Autor: TOMAS MULLER
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© TOMAS MULLER

Light, shadow and war

Autor: NatMonney
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© NatMonney

Horizon Matte Painting

Autor: Fubiz
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© Fubiz

Northern Conveyor

Autor: Geoffroy THOORENS
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© Geoffroy THOORENS

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Autor: Mika Digital Works
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© Mika Digital Works

Matte Painting nutzen

01 Schauspieler einfügen

Da ein Matte Painting als Hintergrundbild einer gespielten Szene im Film dienen soll, darf es traditionell keine Elemente zeigen, die sich bewegen könnten, also keine Menschen, Tiere oder Flugzeuge, keine Wellen, Feuer oder Rauch (etc.). Da wir aber keinen Film drehen wollen, sondern lediglich unsere Photoshop-Künste auf ein neues Level bringen, gehen wir den einen Schritt weiter und fügen etwas “Leben” ein, hier in Form eines “Schauspielers”. Ich habe einfach aus einer fertigen Komposition (Post apocalyptic survivor in gas | #121884493 | Stokkete) einen Soldaten freigestellt, eingefügt und positioniert.

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02 Lichtschein

Der Soldat hat einen starken, organgenen Farblook, den ich aufgreifen wollte. So habe ich unterhalb des Soldaten eine weitere Ebene erstellt, und mit dem Verlaufswerkzeug, Vordergrundfarbe: Orange, Vordergrundfarbe zu Transparent und Radialverlauf, einen “Lichtfleck” im Hintergrund erzeugt. Die Füllmethode dieser Ebene habe ich auf Ineinanderkopieren umgestellt.

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03 Vignettierung und Rauch

Um den Blick des Betrachters auf die Bildmitte zu lenken, erstellen Sie eine Neue Einstellungsebene > Tonwertkorrektur und ziehen den unteren, weißen Regler zur linken Seite hin, um das Bild zunächst komplett abzudunkeln. In der Ebenenmaske malen Sie einfach mit einem weichen, größeren Pinsel und schwarzer Vordergrundfarbe die Bildmitte aus.

Erstellen Sie eine neue Ebene. Drücken Sie den Buchstaben D auf der Tastatur für die Standardfarben Schwarz und Weiß. Wenden Sie den Filter > Renderfilter > Wolken an. Spendieren Sie der Ebene eine Maske und wenden Sie den Wolkenfilter auch darin an. Klicken Sie die Maskenminiatur mit der rechten Maustaste an und wählen Sie Ebenenmaske anwenden aus.

Halten Sie die Alt-Taste gedrückt und klicken Sie den Button Ebenenmaske hinzufügen in der Ebenenpalette an. So ist die neu erstellte Maske zunächst komplett mit schwarzer Farbe gefüllt. Malen Sie mit dem Pinsel und weißer Farbe den Rauch ein.

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04 Finalisierung

Drücken Sie Umschalt+Strg+Alt+E, um alle Ebenen wie auf eine Ebene reduziert kopiert auf eine neue Ebene abzulegen. Gehen Sie im Menü auf Bild > Auto-Farbton und Bild > Auto-Kontrast. Ich habe die Textur Particles of charcoal on a white | #72849385 von Sergiy Telesh verwendet, um schnell etwas Schmutz und Explosionsstaub einzufügen. Dazu stellte ich die Füllmethode der Ebene einfach auf Negativ multiplizieren um.

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Es folgte eingeschränkt durch eine Maske die Textur Galaxy in outer Space | #116150749 | DTKUTOO, ebenso im Modus Negativ mulitplizieren. So haben wir das Matte Painting als Hintergrundbild verwendet und den “Schauspieler” sowie die “Special Effects” davor platziert.

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Environment: FJORD

Autor: inetgrafx
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© inetgrafx

Colony revision

Autor: merl1ncz
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© merl1ncz

City Above the Clouds

Autor: CAK1776
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© CAK1776

Canyon City

Autor: ZackF
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© ZackF

The Good Colossus

Autor: Marta Nael
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© Marta Nael

Riddick

Autor: Dylan Cole Studio
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© Universal Pictures

Mass Effect 2

Autor: Jaime Jasso
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© Jaime Jasso

Raphaël Lacoste – Matte Painting

Autor: Raphaël Lacoste
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© Raphaël Lacoste

Wizard’s home

Autor: Piotrek Swigut
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© Piotrek Swigut

The port

Autor: anubis 1982
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© anubis 1982

(dpe)

Dirk Metzmacher ist der Herausgegeber des Photoshop-Weblogs, sowie Fachjournalist und Photoshop-Profi, dessen Tutorials seit über 12 Jahren Leser von Fachpublikationen wie Galileo Press, DigitalPhoto, Dr.Web, Print24, PSD-Tutorials oder Noupe von den Grundlagen zum Thema Photoshop bis hin zu professionellen Arbeitsweisen begleitet haben. Sein Twitter-Account und seine Facebookseite.

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5 Kommentare zu „40 Matte Paintings und wie Sie Ihre Photoshop-Künste auf ein neues Level heben
  1. Philipp am 26. Februar 2013 um 11:14

    Danke für den Post

  2. [...] das schöne Dr.Web-Magazin habe ich den Artikel 40 Matte Paintings und wie Sie Ihre Photoshop-Künste auf ein neues Level heben geschrieben. Sehenswert! Gute Funde, Tipps und [...]

  3. Jürgen am 28. Februar 2013 um 20:06

    Vielen Dank für die Verweise auf kostenpflichtige Websites.

    • Dieter Petereit am 1. März 2013 um 08:45

      Was will uns dieser Kommentar sagen? Abgesehen davon, dass ich beim schnellen Durchklicken überhaupt nicht finden konnte, was hier mit kostenpflichtigen Websites gemeint sein könnte, stellt sich aber auch die Frage, wieso wir nicht auf kostenpflichtige Websites verlinken sollten? Gratiskultur extrem? Oder was ist jetzt gefordert?

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