Telefon-Flatrates sind im Prinzip ja eine feine Sache – nur: Sobald man Servicerufnummern wählt, tickt der Gebührenzähler wieder. Und das nicht nur bei den richtig teuren Mehrwertdiensten (wie den 0900- oder 0137-Vorwahlen). Auch die 0180er-Rufnummer, die so genannten Shared-Cost-Dienste, führen zu spürbaren Zusatzkosten auf der monatlichen Rechnung. Noch vergleichsweise harmlos sind die Festtarife 01802 und 01804 mit 6 bzw. 20 Cent pro Anruf.
Die “zeitabhängigen Tarife” schlagen mit bis zu 14 Cent pro Minute dabei umso heftiger zu Buche:
- 0180-1: 3,9 Cent / Minute,
- 0180-3: 9 Cent / Minute und
- 0180-5: 14 Cent / Minute.
Kein Wunder also, dass 01805-Nummern besonders häufig auftauchen: Denn von den 14 Cent pro Minute bleibt beim Anbieter ein “Werbekostenzuschuss” von bis zu 5 Cent pro Minute hängen. Stundenvergütungen von umgerechnet 3 Euro machen zwar niemanden reich – immerhin werden die Anrufer damit aber an den Basiskosten einer Hotline beteiligt – oder zumindest von einer zu häufigen Nutzung abgeschreckt. Wer in einer Warteschleife nicht nur Zeit totschlägt, sondern für allzu oft unbefriedigende Auskünfte zusätzlich zur vermeintlichen Telefon-Flatrate auch noch bis zu 8,40 Euro pro Stunde bezahlen muss, ist zu recht empört.
Besonders ärgerlich: Die Anschlüsse von Servicerufnummern sind vielfach auch direkt über das Festnetz zu erreichen – vorausgesetzt, man kennt die Durchwahl. Wer häufig Service-Rufnummern wählt und Zusatzkosten vermeiden möchte, sollte daher einen Blick in das 0180er-Telefonbuch werfen, das vom Telekommunikations-Magazin teltarif.de zur Verfügung gestellt wird. Darin können Sie sowohl nach einer bekannten 0180er-Rufnummer als auch nach Firmen recherchieren:

Auch wenn, wie im Beispiel der Paypal-Hotline, dann nur eine ausländische Einwahlnummer als Festnetz-Alternative ausgegeben wird, kann sich deren Verwendung lohnen: Bei Einsatz einer Sparvorwahl, die bei internationalen Verbindungen heutzutage vielfach ein bis zwei Cent pro Minute kostet, beträgt das Sparpotenzial bei einem 15-minütigen Gespräch unterm Strich bereits mehr als 1,80 Euro – auf die Stunde gerechnet senken Sie Ihre Telefonrechnung um mehr als sieben Euro!
Zwar werden Sie nicht immer fündig und auch nicht jeder Datenbankeintrag erweist sich als Volltreffer. Das 0180er-Telefonbuch lebt daher vom Mitmachen: Wer eine noch nicht verzeichnete Einwahlalternative via Festnetz kennt, ist aufgefordert sie über das Meldeformular öffentlich zu machen. Weiterführende Informationen zum Servicerufnummern-Verzeichnis finden Sie auf der Anbieter-Website.
Lukas Schlömer
ist ein bekannter Fachautor, der für Dr. Web unter Pseudonym schreibt.




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